Perfektionismus: Das falsche Selbst als Maske

Perfektionismus: Das falsche Selbst als Maske

Perfektionismus ist die Überkompensation des Gefühls, nicht wertvoll zu sein, wie man ist. Als Maske ist er ein Schutz, um sich selbst nicht als Mensch mit Schwächen zu zeigen, für die man abgelehnt werden könnte. Perfektionismus ist nicht immer schlecht – im Gegenteil. Doch wenn Perfektionismus zum Muss wird und das Leben bestimmt, macht er unfrei und maskiert das wahre Selbst. Wie du zwanghaften Perfektionismus erkennen und auflösen kannst.

Kleidung, Haare, Nägel sind perfekt, die Wohnung ist perfekt – alles ist an seinem Platz. Nichts ist ansatzweise staubig oder unaufgeräumt. Im Beruf läuft alles perfekt, die Ehe ist perfekt, die Kinder sind perfekt – die Urlaube sind perfekt. Alles ist wie aus dem Bilderbuch und anscheinend gibt es nichts, das die Perfektion stören könnte. Kennst du das?


Wenn Perfektion zum Muss wird


Es ist schön, wenn die Dinge im Außen so gut klappen und und Bilderbuchfamilien, Traumkarrieren, wunderschöne Heime etc. im Außen eben die Folge von gelebter Fülle sind. Wenn dem bei dir innen und außen so ist: Gratulation! Wie glücklich du dich schätzst, weißt du in deinem Fall bereits.
Manche Menschen suchen allerdings nach „perfekten Dingen“ im Außen, um etwas im Innen zu kaschieren, das sie nicht sehen oder fühlen wollen. Entscheidend ist, aus welchem inneren Antrieb heraus Menschen nach Perfektion suchen – ob sie Perfektion überhaupt aktiv suchen oder ob Ereignisse im Außen als Synchronizitäten durch innere Fülle in die „perfekte Ordnung“ fallen. Entscheidend ist auch, was auf der emotionalen Ebene passiert, wenn Perfektion einmal nicht möglich ist. An dieser Stelle kommt nämlich der zwanghafte Perfektionismus“ ins Spiel: Wenn die Perfektion zum Muss wird, dann ist Perfektionismus zwanghaft. Dann entsteht enorm viel Druck und es bleiben keine Spielräume mehr. Außerdem verleugnest du dich selbst, wenn du glaubst, dich dauernd anstrengen zu müssen, um im Außen jemand zu sein, der du innen womöglich gar nicht bist. Eingefleischte Perfektionisten wollen ihre Unzulänglichkeiten und Schwächen verstecken, Niemand darf sie sehen, denn sonst hätte das fatale folgen. Vermeintlich! Perfektionismus ist der Feind des wahren Selbst. Er ist eine Maske, die vor dem Gefühl der Ablehnung und dem Nicht-Genügen schützt.

Perfektionismus ist vorerst verführerisch, um von Schwächen und von inneren verdrängten Wunden, die meist aus der Kindheit stammen, abzulenken. Denn Perfektionismus gaukelt dir vor: „Wenn du perfekt bist, dann bist du gut genug!“ Es ist kein Wunder, dass vor allem Menschen, die in vielen Lebensbereichen extrem hohe Standards haben und sich womöglich auch noch gerne aufopfern, nicht selten im Burnout landen. Die Standards, die für sie selbst gelten, legen Perfektionisten dann oft auch anderen auf. Der Perfektionismus belastet dann auch Partner, Kinder, Kollegen, Mitarbeiter und andere mehr.

Perfektionismus bezieht sich auf etwas, das es durch ein bestimmtes Verhalten zu erreichen gilt. Perfektionismus stellt also Bedingungen, und zwar sehr hohe. Und: Perfektionismus macht abhängig. Schließlich zeigt er den schönen Schein, der an der Oberfläche Sicherheit und ein vermeintliches Selbstwertgefühl gibt.

Deine Aufgabe: Die Maske fallen lassen und dich selbst erkennen

Wenn du dich angesprochen fühlst, trägst du möglicherweise eine Kernwunde aus deiner Kindheit in dir, die dich besonders abhängig von der Bestätigung im Außen macht. Menschen mit starkem Perfektionismus neigen zu einem Leben im Hamsterrad, denn eigentlich ist es nie genug, was sie tun. Jedenfalls für sie selbst! Durch diese massiv aufgebaute und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt meistens sehr gut funktionierende Fassade geht auch der Zugang zu den wahren Gefühlen und Bedürfnissen verloren. Oft gilt es, diesen überhaupt erst zu entdecken, denn Perfektionisten haben oft schon in der Kindheit gelernt, dass sie vor allem dann geliebt werden, wenn sie leisten und gut funktionieren.

Es kann auch sein, dass dir das Gefühl von toxischer Scham bekannt vorkommt: So hast du irgendwie das Gefühl, als Mensch und Person nicht richtig zu sein und versuchst diese Kernwunde mit sehr hohen Ansprüchen an dich selbst zu überdecken. Perfektionisten kreisen häufig um sich selbst: Sie fragen sich ständig, ob das, was sie getan haben, auch gut genug gewesen ist und sie finden immer ein Haar in der Suppe und eine neue Baustelle, an der sie noch perfekter werden können.

Was ist die Aufgabe, wenn du überhöhte Standards hast? Du darfst lernen, dich dir selbst zu zuzuwenden und deinen Perfektionsanspruch in allen Bereichen zu hinterfragen und ihn in manchen Bereichen oder sogar massiv nach unten zu fahren. Du darfst dann lernen, deinen möglicherweise unersättlichen Hunger nach Rückbestätigung nicht mehr ständig im Außen zu suchen, sondern dich selbst satt zu machen: Mit Liebe, Selbstannahme und der Entwicklung eines Selbstwertgefühls, das an keine Bedingungen geknüpft ist. Du darfst vor allem auch lernen, dich selbst zu zeigen, dich zu öffnen und zu dir zu stehen!

Wenn du lernst, mit deinem Perfektionismus auf neue Weise umzugehen, verlierst du nichts – dafür gewinnst du umso mehr. Denn der Perfektionismus ist nicht an sich zu verteufeln. Schließlich hilft er in vielen Bereichen, vor allem im beruflichen Kontext, sehr! Jeder Künstler sucht auf seine Art nach Perfektion. Auch bestimmte andere Berufe zum Beispiel in Forschung und Medizin verlangen Perfektion. Denke nur an die Arbeit eines Chirurgen! Entscheidend ist, den Perfektionismus an den passenden Stellen einzusetzen und ihn nicht mit der eigenen Person zu verschmelzen. Entscheidend ist also, wer bei dir in welcher Situation das Sagen hat: Dein Perfektionismus oder du!

Wenn du deinen Perfektionismus ablegen willst, braucht das meistens eine gewisse Zeit und vor allem eines: Konsequenz und Training! Schließlich hast du mit dem Muster des Perfektionismus als dein innerer Antreiber bis zum heutigen Tag in deinem Leben gelebt, Wie viele Jahre lang warst du also auf Perfektionismus konditioniert? Wenn du dich deinen Ängsten, die der Perfektionismus für dich kaschiert, stellen, sie auflösen und schließlich den Perfektionismus als Ressource integrieren willst, begleite ich dich gerne auf deinem Wunder-vollen Weg!


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Susanne Prosser
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